Montag, 13. August 2007

I. Homo-Ehe 1. Teil: Empfang der Braut (Hertha)

Endlich hat das Elend ein Ende und die Wochenenden dümpeln nicht mehr so träge dahin. Wie eigentlich immer wuppte sich der Tube in das S-MG 93 Partymobil um die Reise nach Frankurt* anzutreten. Dort erwarteten uns die altbekannten Gesichter ("Wo is'n der Jörg?" - "Da oben, hab' ihn schon gesehen." - "Is des sein Sohn oder seine Tochter?" - "Tochter natürlich!"), aber auch selten und nie gesehene (Moritz und Nastja(?)). Der Matzel zog es mal wieder vor fern zu bleiben (bei seinen Freunden den FCK und Bochum-Fans) und der Kilian weilte auf der Affeninsel.
So sah man gespannt dem Einlauf entgegen. Ist das eigentlich normal, dass man Gänsehaut bekommt (Tobi ist Zeuge), wenn der (Rippen)Pröll(ung) zum warmlaufen kommt? Whatever, die Startaufstellung barg keine Überraschung, wohl aber die Eintracht. Selten habe ich die Jungs so entschlossen am Mann und zum Ball stehen sehen. Verlorene Bälle wurden erkämpft und die Berliner früh attackiert, so dass sich eigentlich keine sehenswerte Torchance für den Gegner ergab. Klar, die Angst schwingt immer mit, wenn sie sich der Strafraumkante nähern, aber mit Entschlossenheit und Kampfgeist wurde der Braut aus der Bundeshauptstadt das Toreschießen verweigert.
In der zweiten Hälfte zeigt die Diva den teilweise hilflos wirkenden Berlinern, wie man freistehend Chancen vergeigt - insofern nichts Neues, allerdings schafften wir es, die knappe Führung über die Zeit zu retten. Es hätte gerne auch 3:0 ausgehen dürfen.
Taktik: Ich meine ein 4-4-2 erkannt zu haben mit Ama und Alex in der Spitze, flankiert in der Offensivbewegung von Streit auf der rechten und Mehdi auf der linken Seite. So waren wir oft zu Dritt im Strafraum. Inamoto wirkte noch ein wenig deplatziert, das Spiel lief scheinbar an ihm vorbei. Jedoch kann er sicher die Lücke in der Mitte schließen und zeigt auch ein paar gute Ansätze. Fink war stark - nicht ganz so ein Staubsauger wie NADW (der grandios mit Note 5 bei S06 startete) aber auf einem guten Weg dorthin. Ochs zeigte seine wiedererlangte offensive Stärke und unterstützte die Flügelläufer so gut es ging. In der Mitte hielten Russ und Soto die Bräute auf Distanz - der eine mit weniger und der andere mit mehr Routine. Der Grieche zeigt aber dem Youngster wo es lang geht und kommt wie sein Mentor rüber. Links flitzte wie immer der "Untunnelbare" die Linie hoch und runter. Gegen Ende kamen noch Vasi (Russ) und Preuß (Inamoto) zum Einsatz und fügten sich gut ein. Köhler durfte noch 5min für den Iraner rein, war aber eher unauffällig. Als Résumée zitiere ich den Kicker: "Frankfurt fährt mit einer engagierten Leistung verdient die ersten drei Punkte ein und landete damit den ersten Heimsieg gegen Hertha seit der Saison 1999/2000." Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Doch, eines noch: die Ultras Frankurt* ließen es sich nicht nehmen zum Saisonbeginn eine nette Choreo auf die Beine zu stellen. Bild ist schamhaft geklaut von SGE4Ever:


*Die Ultras Frankfurt 97 formierten sich neu und heißen nun Ultras Frankurt 97

Dienstag, 7. August 2007

Pokalkick 1 (von 6)

Klar, auf der einen Seite ist es nur Fußball. Noch dazu lediglich eine Partie der ersten Runde im DFB-Pokal. Da muss man nicht hin. Eigentlich. Auf der anderen Seite war es aber nun mal nicht irgend ein Verein, der am Sonntag im alt ehrwürdigen Stadion „An der Alten Försterei“ in Berlin gegen Union Berlin um den Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals gekämpft hat. Ganz im Gegenteil: es war die Eintracht! Also.. muss man halt doch hin. Hilft ja alles nix..

Das Wochenende begann am Freitagabend in geselliger Runde mit einem geleerten 30 Liter Fass und 4 Stunden Schlaf. Am Samstag dann noch schnell die letzten Besorgungen für das eigentliche Sommerfest am Abend getätigt und weiter ging's in großer Runde. Zu den 4 Stunden Schlaf der vorangegangenen Nacht gesellten sich von Samstag auf Sonntag noch mal knapp 4 Stunden dazu. Na immerhin. Und so stiegen Arne und ich um 8 Uhr morgens einigermaßen zerknautscht, aber frohen Mutes, in den ICE Richtung Berlin. Die Fahrt verlief ziemlich unaufgeregt. Umstieg in Hannover, kurzer Halt in Wolfsburg (immerhin 4 Gleise), 7mal pinkeln gewesen, um dann kurz vor halb eins in Berlin einzurollen. Genug Zeit, sich bei einem Chinesen noch eine warme Mahlzeit zu gönnen und danach langsam Richtung Stadion zu pilgern.

Auf dem S-Bahn-Bahnsteig erblickten wir dann auch die ersten bekannten Gesichter. Tach auch. Endlich geht’s wieder los.
In der S-Bahn nahm dann das seinen Lauf, was uns den ganzen Tag über noch wundern sollte. Union-Anhänger, die schwer nach „erlebnisorientiert“ aussahen, pöbelten uns freundlich grinsend an. Keine Spur von Aggression. Wasn' hier los? Auf dem Beruhigungs-Flokati geschlafen?
Der Weg zum Stadion war relativ lang und begleitet von lauter schräg aussehenden Berlinern, die zum Frühstücksmüsli allesamt den Knigge gelesen haben müssen. Freundlich bis zum abwinken. Scheiss Stadt ;)

Gut eine halbe Stunde vor Spielanfang standen wir dann im gut gefüllten Gästeblock. Insgesamt werden es wohl um die 2500 Adler gewesen sein, die sich zum ersten Pflichtspiel der neuen Saison in der alten Försterei eingefunden haben. Hach, endlich wieder Fußball. Noch dazu in einem Stadion, in dem man für eine gescheite Bratwurst 2 Euro zahlt und man dabei nicht mit irgendwelchen pay-leckmichamarsch-Karten zahlen muss. Uns beschlich das Gefühl, heute irgendwie zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Sauwa.
Einzig die Sonne nervte. Schräg von der linken Seite kommend, arbeitet sie von der ersten Minute an unerbitterlich an unserem rot-weissen ying yang-outfit. Super. Halbseitiger Sonnenbrand. Naja, druffgeschissen, wer Fußball sehen will muss leiden. Bei der Eintracht sowieso.

Das Spiel selbst verlief dann praktisch genau nach Plan. Der Meier müllerte den Berlinern 3 Dinger rein, ehe er dem Ama noch eins auflegte und so gingen wir mit 4:1 als Sieger vom Platz. Jawoll, man!
Die Stimmung im Block war ganz gut, auch wenn man merkte, dass da einige mit dabei waren, die sonst eher selten die Eintracht sehen. O-Ton von schräg links hinten: „Hä, wieso schwenkt denn da vorne einer ne Fahne mit der Nationalflagge von Kamerun und der Reichskriegsflagge drauf? Zu arg.“ Ich habe mir dann erlaubt, dem Kollesch zu erklären, dass man das Gallusviertel in Frankfurt auch Kamerun nennt und schwarz-weiss-rot einfach mal die Vereinsfarben der Eintracht sind. Nun denn..
Nach dem Spiel, allseits halbgebräunte, fröhliche Gesichter. Geglückter Start in die Saison. Was will man mehr?

Vor dem Block dann noch eine Begegnung der anderen Art. Kommt einer auf mich zu, gibt mir die Hand und sagt "Hi, du bist doch der Tube, oder?"
Ich: Äh, ja.
Er: Sau geil, bin der Adlerer, he Jungs, guckt mal, der Tube.
Ich: Äh.
Arne: Hehe.
Ich: Äh.
Arne: Siehste, deswegen habe ich kein Steckbriefbild drin.
Ich: Achso.

Ein letztes Bier und ne Wurst im Stadion, ehe wir dann mit Pia und Axel in die Altstadt von Köpenick schlenderten und uns dort, im Gras sitzend, an irgendeinem Spreeausleger noch ein Bierchen gönnten. Begleitet übrigens von einem Haufen Eisernen, die „und wir, waren nur zum feiern da..“ zum Besten gaben. Wirklich ein nettes Völkchen. Sehr entspannt das Ganze. Vor allem, weil der Zug Richtung Heimat erst um 19 Uhr 48 fahren sollte. Dachte ich zumindest. Nachdem wir uns verabschiedet hatten und wir wieder am Ostbahnhof angekommen die Sachen aus dem Schließfach holten, stand auf dem ticket dann irgendwie doch Abfahrt: 19:09 . Kurzer Blick auf die Uhr: 19:17. Sowas, schade aber auch. Ich Vollidiot. Da Sparpreise der Bahn nur für die eingetragenen Verbindungen gültig sind, und das ticket somit für n' Arsch war, liefen wir etwas bedröppelt ins Servicecenter der Bahn. Und warum auch immer, aber irgendwie wollte das Glück an diesem Tag kein Ende nehmen. Entweder ich sah mal wieder extrem bemitleidenswert aus, oder Arnes „Tschuldigung, können wir sie mit donuts bestechen?“-Aktion fruchtete. Jedenfalls schrieb die Dame fröhlich unser ticket um, ließ sich dafür eine seltsame Ausrede einfallen, stempelte das ganze noch ab und fertig war der Rückfahrschein. Keinen cent drauf gezahlt. Ich sag's ja. Sau komisch die Berliner. Durch die Aktion haben wir dann insgesamt eine Stunde verloren, was uns aber nicht wirklich störte. Hauptsache ma kimme noch emol haaam heut, hea. Nachdem uns auf dem Weg zum Gleis noch mal ein Union-Gorilla nicht die Nasen zertrümmerte, sondern uns unaufgefordert ein „kommt gut Heim, Männer, wa?“ zuraunte, saßen wir dann letztendlich fröhlich mit einem Haufen donuts bewaffnet im ICE gen Frankfurt, wo wir dann um 1 Uhr auch endlich ankamen. Noch schnell beim Arne mein Auto geholt und so war ich dann gegen 2 Uhr 30 wieder in good ol' Monnem.

Alles in allem ging damit ein sau lustiges Wochenende mit einem geilen Berlintrip zu Ende. Bisher konnte ich mit Berlin irgendwie noch nie so richtig was anfangen, aber auch wenn es nur wenige Stunden waren, zumindest dieser komisch schöne Stadteil Köpenick, mit seinem komischen Fußballklub, haben bei mir seit Sonntag schwer ein Stein im Brett. Von daher an dieser Stelle ein ernst gemeintes: „Und nie vergessen: Eisern Union, Eisern Union!“

Und hier geht’s ab zu den paar Bildern.

Dienstag, 17. Juli 2007

Form, die

Form, die; -, -en; in Form sein; in Form von; vgl. pro forma (Quelle: Duden, Die deutsche Rechtschreibung)

In Form sein...
Die Eintracht hat nun das Trainingslager im schönen Tal der Ostmark hinter sich gebracht und ist dementsprechend leichtfüßig unterwegs. Selbst unsere sonst so flinke Spitze Amanatidis (scherzhaft wegen seiner Gazellenhaftigkeit auch Zementidis genannt) konnte gegen den hessischen Aufsteiger nichts ausrichten. Anzumerken ist, dass die Wiesbadener in die zweite Bundesliga aufgestiegen sind. Das ist die Liga in der wir auch mal waren, aber niemals dort hin zurück wollen. Sie gastieren also diese Saison eine Liga UNTER uns. So soll es auch bleiben.
Glaubt man den Worten unseres Kapitäns, so war es nicht die fehlende Lust, die Ursache für die Niederlage war, sondern einfach ähm, äähh, genau....die Form halt. Denke aber, wir werden rechtzeitig zum Anpfiff gegen Berlin wieder an frühere Stärke anknüpfen können. Und ja, es ist mir völlig wurscht (ja, genauso geschrieben) wie die Vorbereitungsspiele laufen!

In Form von...
In vorangegangenen Post vergleiche ich das Trikot der Eintracht mit einem Harlekinskostüm. Joah, anscheinend ist das jetzt Mode...darf ich vorstellen: Das ist der Nico. Nico schläft gerne etwas länger und ist in seiner Freizeit oft bei seinen Freunden und bei seiner Familie in Darmstadt (siehe hier). Der aufmerksame Leser wird erkannt haben, dass die Streifengebung ziemlich exakt der von Jako gleicht...der Rücken ist hierbei blau. So tarnt sich der südhessische Kicker in Form eines Mitglieds der Narrenzunft "närrische Kicker Cannstatt 1899". Das ursprüngliche Motto "Kämpfer, Könner, Kameraden" wich einer passenderen Form: "Kamellen, Komiker, Klamauk".
(Quelle Foto: www.stuttgarter-kickers.de)


Wer sich nun weit aus dem Fenster lehnen möchte, sollte noch eine Sekunde warten, denn jetzt, hier und heute endlich unsere Helden in Mannschaftsstärke:(Quelle: www.eintracht-online.de)

Pro forma...
Also der Form halber noch in Schriftform wer wo sitzt, liegt, steht:

Vorne v.li. sitzend: Markus Weissenberger (Nationalität AUT/Nummer 10), Benjamin Köhler (D/7), Kreso Ljubicic (CRO/22), Markus Pröll (D/21), Oka Nikolov (D/1), Jan Zimmermann (D/28), Michael Thurk (D/11), Marcel Heller (D/9), Christoph Spycher (SUI/16).

Mitte v. li. stehend: Rainer Falkenhain (Leiter der Lizenzspielerabteilung), Dr. Christoph Seeger (Mannschaftsarzt), Björn Reindl (Physiotherapeut), Patrick Ochs (D/2), Ioannis Amanatidis (GRE/18), Christoph Preuß (D/4), Albert Streit (D/8), Michael Fabacher (Reha-Trainer), Andreas Menger (Torwarttrainer), Armin Reutershahn (Co-Trainer), Friedhelm Funkel (Chef-Trainer).

Hinten v.li. stehend: Franco Lionti (Materialwart), Thomas Kühn (Physiotherapeut), Aleksandar Vasoski (MKD/5), Chris (BRA/29), Marco Russ (D/23), Alexander Meier (D/14), Sotirios Kyrgiakos (GRE/27), Faton Toski (D/32), Mounir Chaftar (D/31), Michael Fink (D/6), Junichi Inamoto (JPN/20).

Es fehlen: Naohiro Takahara (JPN/19), Mehdi Mahdavikia (IRN/15) (beide Asien-Cup).

Formvollendung...
Noch 26 Tage bis zum rettenden Ufer...

Dienstag, 3. Juli 2007

HALBZEIT

39 Tage sind nun seit dem DFB-Pokalfinale in Berlin vergangen. 39 Tage werden noch vergehen, bis wir das erste Spiel des ersten Spieltages der Saison 2007/2008 sehen werden.


Was uns noch bewegen wird:
  1. Das neue Trikot der Eintracht (Quelle: Foto Hübner). Natürlich ist man sich hier sehr geteilter Meinung, aber gibt man bei Google die Begriffe "jester red" ein, erhält man auf der ersten Seite nebenstehendes Bild. Nunja, immerhin ist dieses Exemplar ein "evil jester" (Quelle: Easleys.com) und somit versprüht er dann doch mehr Aggresivität als dieser Schmunzelnippon aus dem Hause Inamoto. Hoffen wir dennoch das Beste und zwar, dass der Albert die Saison seines Lebens spielt und wir endlich mal aus einem kompakten Mittelfeld heraus die Gegner an die Wand spielen.
  2. Die internationalen Zugänge aus Teilembargoländern, dem Balkan und der Schwarzmeerküste.
  3. Die Vergabepolitik bei Auswärtskarten.
  4. Die Taktik des FF... 4-5-1? Oder mal ein mutiges 4-3-1-1-1?
  5. Die Frage Oka oder Pröll.

Nächste Termine:
  • Obiges Trikot (des wo der Japaner trägt) ab morgigem Mittwoch, 04.07.2007 erhältlich. Die passende Rückennummer kann hier entnommen werden.
  • Auswärtskarten Bielefeld und Bremen ab dem 10.07.2007 bestellbar.
  • Anpfiff auf Sat1 am 10.08.2007
Bis dahin Euch allen noch eine schöne Zeit.

Amen

Donnerstag, 24. Mai 2007

Das WAHRE 6-Punkte-Spiel

Um mich hier einmal der Phrase meines werten Kollegen Fabian aus einem vorhergegangenen Bericht zu bedienen, kann ich nur betonen, dass es sich bei meiner Überschrift weder um einen Tippfehler, noch um einen sonstigen Irrtum handelt. Denn ob es Euch bewusst ist oder nicht: beim Spiel gegen die Hertha ging es um EINIGES!!!

Für uns ging es nicht nur um 3-4 Tabellenplätze und damit um erheblich mehr an Fernsehkohle für die Saison 2007/2008 – für uns ging es um deutlich mehr!!!

Mit einem Sieg gegen die Hertha hätten wir auf diese in der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga den Vorsprung von 614 auf 617 Punkte aufbauen können. Durch die Niederlage sind wir nurnoch 611 in Front. Also mal wieder ein klassisches 6-Punkte-Spiel, dass verloren ging. Überhaupt konnten die hinter uns platzierten Mannschaften Leverkusen (Platz 11), Bochum (Platz 12) und Hertha (Platz 13) allesamt gewinnen und den Rückstand verkürzen. Auf die elftplazierte Bayer-Elf schrumpfte der Vorsprung durch diese bittere Niederlage nun auf 381 Punkte zusammen. Es wird dringend Zeit die Reißleine zu ziehen: FUNKEL RAUS, FUNKEL RAUS!!!

Ansonsten liess sich das Spiel eigentlich ganz unterhaltsam an. Ordentliche sportliche Einstellung und Leistung unserer Buben, gepaart mit einer (meiner Meinung nach) überragenden Stimmung für solch ein Spiel. Dazu wurden wir Augenzeuge des klarsten, nicht gegebenen Elfmeters der Bundesligageschichte vom katastrophalsten Schiedsrichter seit langem (Kicker-Note übrigens ne 4,0; was hätte der denn bitte noch falscher machen können???).

Die Stimmung und das ahnsehnliche Spiel hätten bei mir fast ein wenig Wehmut aufkommen lassen, ob der nun kommenden 2,5-monatigen Sommerpause. Wären da nicht unsere Blocknachbarn vor uns gewesen, die zwar auch sehr unterhaltsam waren; allerdings nicht gerade im positiven Sinne. Aber was erzähl ich Euch das… Wie auch immer: diese Gestalten lassen mir die Sommerpause wie ein Geschenk Gottes erscheinen – zumindest vorerst. Denn ich denke die Zeit der Leiden wird sich bald einstellen.

Denn bitte bedenkt: Erstmals seit 2006 findet diesen Sommer KEINE Fußball-WM in Deutschland statt. Für gute Ratschläge, wie sich diese Zeit überbrücken lässt, bin ich also jederzeit dankbar!

Euch allen eine frohe Sommerpause und man hört sich.

Matzel


Ach ja, noch ein Wort zu meiner Copyright-Piraterie: alles wie immer; das Bild ist geklaut von sge4ever.de


Donnerstag, 17. Mai 2007

Nie mehr zweite Liga

Als ich am Samstag gegen 22.30 Uhr zwischenzeitlich in der Odenwaldstrasse aufgeschlagen bin und die obligatorische Frage meiner Eltern mit den Worten „Schön war es!“ beantwortete, hatte ich nicht gelogen.

Es war tatsächlich schön. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Für alle die nicht dabei waren, noch mal kurz zusammengefasst:

- AUSWÄRTSSIEG!!!
- KLASSENERHALT!!!
- Die ballorientierte Studentenbewegung wurde in die zweite Liga geschickt
- Die holländischen Kartoffelkäfer sind ebenfalls wieder wo sie hingehören
- Kämpferische und taktische Glanzleistung geboten
- Gazprom 06 verliert die Tabellenführung
- Die Eintracht schlägt eine Spitzenmannschaft (die an diesem Spieltag dem Titel einen Schritt näher kommen konnte) im fremden Stadion – und das auch noch verdient!
- Nebenbei innerhalb von 90 Minuten die Früchte einer ganzen Saison geerntet und dem explosionsartig durchtickenden Gästemob zum Verzehr vorgeworfen

Der Tobi hat das Live-Erlebnis Klassenerhalt dieses Jahr verpasst. Der Fabian jenes Ereignis nun schon zum zweiten Mal in Folge; was mich daran zweifeln lässt, dass man mit dem guten Jungen überhaupt Erfolg im Stadion haben kann. Wie auch immer: Tobi & Fabian: IHR SEID SOWAS VON SAUBLÖD!!! Nichts lag jetzt näher, als die obligatorische SMS mit dem Inhalt: „Ihr habt KAUM was verpasst“ zu verschicken. Allerdings fehlte hierzu leider die solide Basis. Naja, nächstes Jahr wieder; zumindest für den Fabian.

Zurück zum Thema: hier war eigentlich nix dabei, was wir nicht jedes Wochenende erleben. Standard; einfach ein schöner Nachmittag… Aber der Richtigkeit halber alles in Reihenfolge:

Los ging es am Samstag zu unzumutbar früher Stunde – gegen 7 Uhr. Auf zu Europcar um die Mühle abzuholen. Dort wurde ich informiert, dass der zweite Fahrer des Wagens ebenfalls persönlich mit seinem gültigen Führerschein antanzen muss um den Wagen fahren zu dürfen. Also rasch den Kilian in DA und Steffen und Gerd in Seeheim eingesammelt und zurück zu Europcar. Der etatmässige Fahrer Steffen fiel kurzfristig aus, da sein Führerschein unauffindbar war. Also sprang der Kilian in die Rolle ein, was allerdings gleich zum Anfang zu einem Problem zu werden schien. In Mittelpunkt stand hier der Abgleich von Kilians Führerscheindaten mit dem Europcar-Zentralrechner:

Verkäufer: Sie wohnen immer noch in der Mannheimer Strasse in Schriesheim?
Kilian: Äh, ne… definitiv nicht. Ich habe sowieso noch nie ein Auto bei Europcar geliehen, von daher haben Sie sicher nicht meine Daten.
Verkäufer: Dochdoch! Mit Ihrem Führerschein ist schon mal bei uns ein Auto ausgeliehen worden. Von einem Kilan Schmidt, wohnhaft in der Mannheimer Strasse in Schriesheim.
Kilian: Da bin ich in meinem Leben noch nie gewesen. Geschweige denn wohn ich da! Ich kenn auch keine Sau aus Schriesheim
Matze: Ich schon: EINE. Aber ich kann bezeugen, dass der Kollege hier nicht da wohnt!
Kilian: Ach stimmt, EINE kennen wir…

Dieser Dialog wiederholte sich (beinahe wortwörtlich) rund 3-4 Mal bis er uns dann persönlich die Daten vom Bildschirm mit Kilians Führerschein abgleichen liess. Tatsächlich stimmte es überein. Der Europcar-Mann schien schon kurz davor, die Bullen zu rufen. Stattdessen fragte er noch mal: Sind sie wirklich ganz sicher, dass Sie NOCH NIE bei Europcar ein Auto gemietet haben – muss auch nicht hier gewesen sein, sondern irgendwo in Deutschland.

Kilian: Auf keinen Fall – NEIN. Das heisst: Moment…. Als wir in München waren und die Karre draufgegangen ist haben wir uns ein Auto gemietet und zwar über meine Kreditkarte. Könnte sein, dass das bei Europcar war.

Plötzlich schloss sich der Kreis und auch die Schriesheimer Adresse machte plötzlich Sinn. Wie gesagt: Eine Sau kannten wir ja von da. Zuletzt konnte ich den Typ von Europcar noch ein wenig schocken. Der Kilian wollte nun natürlich wissen, ob die Daten wirklich an jenem Tag ins System gelangt waren und fragte den Typ: Können Sie darin eventuell sehen, wo das Auto ausgeliehen wurde? Muss irgendwo in der Nähe von Augsburg gewesen sein!“. Ich warf darauf noch ein kurzes „Am 26. Januar 2006“ ein, was mir die Abteilung „nutzlosem Wissen“ meines Hirns irgendwie in den Arbeitsspeicher gespült hatte. Der Blick von Herrn Europcar war leicht Angst erfüllt. Mir persönlich macht dieses Wissen aber am meisten Angst – das ist ein Fakt! Wie pflegt Monk immer zu sagen: Es ist eine Gabe und ein Fluch zugleich!

Die nächsten paar Stunden Fahrt verliefen dann ausgesprochen ereignislos, abgesehen davon, dass ich einige weitere Auszüge aus meinem unnützen Wissen preisgeben konnte. Seitdem zweifel ich allerdings daran, dass dieses Wissen wirklich unnütz ist. Wer weiss: vielleicht kommt der Tag an dem mein Leben davon abhängt, alle 18 Bundesligaklubs in 50 Sekunden aufzuzählen oder aber 6 Frauen-Bundesligisten zu kennen. Wenn auch nicht mein Leben: einige undotierte Titel auf der Bremenfahrt 2006/2007 konnte ich damit ergattern.

Gegen 13.45 Uhr bauten sich dann die Masten des Weserstadions am Horizont auf und schon kurz später (umgerechnet 800 Wahlplakate alias 500 Meter) stellten wir unser Gefährt im grössten Schlammloch Deutschlands ab und wanderten zum Stadion. Dort angekommen wurde erstmal ein kühles Haake-Pils verhaftet und ein letztes Mal alle mathematischen Möglichkeiten durchgegangen, mit denen wir trotz einer Niederlage die Klasse würden halten können.

Der Regen trieb uns dann früh in den Block und direkt am Eingang schien ein geradezu perfekter Platz für uns. Im Laufe des Spiels verfluchten wir allerdings die Idee, uns hier hinzustellen weil alle, aber auch wirklich ALLE Leute in diesem verdammten Block unser schmales Gässchen benutzten, um sich ins andere Ende der Kurve zu zwängen. Dabei trugen Steffen und Gerd meines Wissens einige Quetschungen von den Sitzplatz-Vorrichtungs-Reihen (wie heissen die dämlichen Dinger eigentlich) davon. Nur eine Reihe weiter vorne oder weiter hinten und alles wäre perfekt gewesen; so war es aber die absolute Hölle. Es war wirklich grausam. Dabei sei anzumerken, dass in diesem Block mal mindestens 30% mehr Leute waren, als jeder noch so sadistische Brandschutzbeauftragte jemals durchgehen lassen könnte. Von heute an, spreche ich mich öffentlich für einen strengen Blockzwang aus. Alles andere macht einfach keinen Sinn. Und wenn ich schon gradmal in Meckerlaune bin: muss es eigentlich sein, dass etliche Leute Rucksäcke mit ins Stadion nehmen? Das ist halt mal so was von zum kotzen, wenn die Kerle dann bei dem Gedränge auch noch den ganzen Kram auf dem Rücken dabei haben. Wahrscheinlich sind in den Dingern auch nur Lidl-Pfandflaschen von der Hinfahrt, die die Leute mit ins Stadion nehmen, weil sie Angst haben, der Busfahrer könne sie sonst klauen. Man sollte Rucksäcke im Stadion abgegeben müssen und dann frühestens 1 Stunde nach Abpfiff wiederbekommen. Ich wette, damit sollte sich das Problem relativ schnell lösen lassen!

Eine (für diese Entfernung) durchaus respektable Gästekurve machte sich dann pünktlich zum Anpfiff erstmals im weiten Rund bemerkbar. Das liess sich gut an und machte Lust auf mehr. Zugegebenermassen liess der Support in Hälfte eins einiges zu wünschen übrig – was leider bedeutete, dass wir nur etwa dreimal so laut waren wie der Grün-Weisse Streichelzoo auf der anderen Seite. Vor allem dieser nervende Dauersupport geht mir übelst auf die Eier. Ich kann leider keine Kreativität darin erkennen, wenn man in den ersten 15 Minuten nur 1 Lied singt. Ich finde es im Gegenteil absolut unkreativ und peinlich für unsere Szene. Ama erlöste uns dann von der monotonen Scheisse und versetzte die 5000 Hessen erstmals in einen Zustand leichten Ausrastens.


Vermutlich war der Jubel noch etwas verhalten, da sicher die meisten (wie zumindest ich) mit Schrecken dem entgegensahen, wie uns die Bremer Tormaschinerie nun für diese respektlose Dreistigkeit bestrafen würde. Wenig überraschend daher auch der Ausgleich ein paar Minuten später. Alles schien wieder seinen normalen Weg zu gehen. Eines sei aber noch gesagt: als ich das Stadion betreten habe, war ich im Meisterschaftskampf für Bremen. Das änderte sich aber nach dem Ausgleich der Bremer und dem folgenden Gepöbel im Bremer Oberrang direkt über dem Gästeblock. Wieso dürfen da eigenltich Heimfans sitzen? Keine Ahnung, aber von dem Momant an habe ich sogar Schalke mehr die Daumen gedrückt als diesen Bastarden in ihren Strassenreinigungs-Fisch-Trikots...

Das nächste Highlight passiert dann aber nicht auf dem Platz, sonder auf den Rängen – und hier ausnahmsweise Mal nicht auf Frankfurter Seite. Plötzlich sah man vereinzelt Leute im Stadion aufspringen, wild schreiend und gestikulierend. Daraufhin sprangen alle umhersitzenden Leute auf machten es dem vermeintlichen Animateur nach. Das passiert an etwa 50 Stellen im Stadion und langsam aber sicher ergab sich aus dieser Kettenreaktion ein ganzes Stadion, das wild hüpfend und gestikulierend abdrehte. Die ganze Szene wurde immer mehr zu einer grossen, jubelnden Masse. Mittlerweile war uns allen klar, dass der Zecken wohl gegen Schalke in Führung gegangen waren. Diese seltsame Euphoriewelle wurde immer lauter und man merkte wie sich das Gerücht, dass sich da auf der Tribüne verbreitete immer mehr bestätigte, aber noch nicht 100%ig sicher war. Mittlerweile stand das ganze Stadion und die Leute lagen sich in den Armen. Dann wurde ein Tor in Dortmund eingeblendet und langsam rutschte im Rahmen einer miesen Animation das Ergebnis von 1:0 ins Bild. Daraufhin löste sich die Anspannung des kursierenden Gerüchtes und das ganze Bremer Stadion rastete nun komplett aus. KRASS - es hat echt Spass gemacht, das mit angesehen zu haben. Eine unbeschreibliche Szene, die vielleicht 10 Sekunden dauerte, aber einfach nur der Hammer war.

Nun lagen also Schalke und Stuttgart zurück und die Bremer hatten vor wenigen Minuten ausgeglichen. Uns war klar, was die Fische jetzt mit uns machen würden… Es fiel allerdings auf, dass die Bremer zwar kombinieren konnten wie sie wollten und meiner Meinung nach auch viel zu viel Platz hatten; die Eintracht allerdings spätestens zum Strafraum dicht machte und Diego & Co nur der Raum vor dem Strafraum zur freien Verfügung stand. Die Eintracht konnte sich über eine solide Abwehrleistung in die Halbzeit retten und hätte mit ein wenig mehr Glück auch gut führen können. Köhler mit einem Distanzschuss aufs leere Tor und Streit mit 2 überragenden Schüssen waren nah dran.

In der Halbzeit passierte mal wieder etwas, was auch nur mir passieren kann. Irgendein Penner hinter mir labert mich in der Halbzeit an mit den Worten „Hast du dir für heute noch ein Trikot geliehen oder was?“. Ich hab erstmal garnix gecheckt. „Hä? Wieso?“. Daraufhin erklärte mir der Kerl, dass er mich für einen Bremer hält. War wohl nicht zu verkennen, dass wir einen Bremer unter uns hatten, aber wie kam er auf mich??? Nach etwa 30sekündiger Diskussion kam mir die Idee, die mich in allen Punkten der Anklage freisprechen würde:
Matze: „Soll ich dir meine Dauerkarte zeigen, oder was?“
Penner: „Ja, zeig doch mal“
Matze: „Okay, bitte…. Oh FUCK!!!! Die hab ich net dabei; die habe ich grade verliehen“
Penner: „Jaja, natürlich. Is klar!“

Oh Mann – meine Dauerkarte verleih ich nie wieder in meinem Leben. Nach Vorzeigen meines Eintracht-Mitgliedsausweises und meiner Pay-Clever-Card konnte ich sogar den Kollegen von der Richtigkeit meiner Worte überzeugen. Unglaublich: Da soll noch mal einer sagen, die Pay-Clever-Card wäre zu nichts nutze“. Aber die Frage sei trotzdem erlaubt, warum der Gerd für alle hörbar brüllen kann „WARUM SCHIESST DER KLOSE DENN DA NICHT SELBST?“, ohne dass es jemand interessiert, aber ich gar nichts machen muss um als ungewünschter Eindringling der Gegenseite angesehen zu werden. Anyway; zurück zum Spiel:

Die 2. Hälfte begann mit dem Besuch von Tim Wiese vor dem Gästeblock, wo er die Freude hatte, die nächsten 45 Minuten in unmittelbarer Nähe seiner Frankfurter Freunde zu verbringen. Auch der Gästemob freute sich und begrüsste den geliebten Bremer Schlussmann mit einem „Die Mutter von Tim Wiese ist ne xxx“ (da wir uns hier im Internet befinden, wo auch Kinder mitlesen, kann ich das leider nicht nennen. Ich denke aber dass uns allen klar ist, dass es hierbei darum geht, dass Tim Wiese’s Mutter abends nach 11 noch mal vor die Tür gegangen ist, um was dazuzuverdienen).

Der liebe Tim bestätigte dass unsere nettgemeinten Worte angekommen waren, indem er dem Gästeblock mal wieder seinen Mittelfinger präsentierte. Eigentlich könnte man sich ja mal fragen, wie oft sich der DFB das eigentlich noch ohne Strafe ansieht. Aber ich würde einfach mal sagen, der Tim und wir sind quitt und damit lassen wir es gut sein…

Aber a propos Tim: Der sah gar nicht mal soooo gut aus, als Fink den Ball an ihm vorbeistolperte und den mitgelaufenen Naldo mustergültig bediente. Dieser löste sich im richtigen Moment von Takaharas Manndeckung und schob den Ball ungefährdet ein. Unser Japaner kam (nicht zum einzigen Mal an diesem Nachmittag) einen Schritt zu spät und hatte das Nachsehen.



Was jetzt im Gästeblock los war ist mit den Worten „anarchistisch-explosionsartiger Ausraster“ definitiv völlig untertrieben and verharmlost. So einen krassen Freak-Out habe ich vermutlich das letzte Mal bei Schui’s 6:3 gegen Reutlingen erlebt. Gänsehaut pur und was von da an stimmungsmässig bis zur 80. Minute im Gästeblock abgeliefert wurde, dürfte ziemlich einzigartig im deutschen Fussball sein. Die letzen 10 Minuten verdrängten dann die Anspannung und apathisches „Raus! RAAAAUUUUUSSS!“-Rufe den normalen Support.



Spielerisch waren die Bremer eh längst ungefährlich und wenn die Eintracht kontern könnte, wäre die Geschichte spätestens nach 75 Minuten gelaufen gewesen. Aber wir können halt nicht kontern und weiter sage ich nichts dazu… Der Ausgleich von Wolfsburg breitete sich dann ebenso schnell im Gästeblock aus, wie Anfangs das BVB-Tor gegen Gazprom. Nochmals Riesenjubel über die frohe Kunde per Anzeigetafel und dann als Krönung der Abpfiff: ein letztes Mal kollektives Ausrasten in den Armen liegen mit wildfremdesten Leuten und ein (allerdings äusserst dürftiges) Abfeiern der Mannschaft nach Spielende.


Diese war nach 3 Minuten in der Kabine verschwunden und kam auch bis 18.15 Uhr nicht noch mal raus. Das ist schon sehr erbärmlich. Dass anfangs noch locker 2000-3000 Leute im Block warten, die 500 km gefahren sind und die Truppe sich nicht draussen blicken lässt. Erst viel später liess sich die Truppe dann noch mal im Anzug draussen blicken – aber davon sahen wir nichts mehr! Die Zeit bis 18.15 Uhr konnte man sich wenigstens damit vertreiben, der auslaufenden Verlierer-Elf aus Bremen bei jeder Auslaufrunde ein „Und Ihr wollt Deutscher Meister sein“ entgegenzuschmettern. Auch die „Deutscher Meister wird nur die SGE“-Rufe wurden wieder zu einem Klassiker. Daneben wurde der ebenfalls auslaufende Unparteiische mit „Markus Me-erck“- Sprechchören gefeiert. Dieser reagierte daraufhin mit einem schelmischen Grinsen und einem peinlich berührten (um nicht zu sagen: spitzbubenhaft ertappten) Abwinken gegenüber unserem Block. Ihm war allerdings anzumerken, dass er es mindestens so lustig fand, wie wir im Block. Genannter Schriri fiel im Übrigen durch eine sehr „britische“ Regelauslegung auf, was dem Spielfluss allerdings sehr gut tat. So sollten echt mal alle Schiedsrichter pfeifen. Als dann noch etwa 150 Leute im Block waren, verzogen auch wir uns und wanderten zurück zum Auto.

Das letzte Mal an jenem Tag verliess mich der Glauben an die Menschheit, als 2 Friedberger Schlampen uns darauf aufmerksam machten, dass wir beim Zumachen des Kofferraums vermeintlich aus Versehen 2 Schals eingeklemmt hatten. HERR, WIRF HIRN VOM HIMMEL!!!

Die Heimfahrt musste diesmal nicht verschwendet werden mit Diskussionen wie „Ey, da führst du nach 6 Minuten mit 2:0 in Bochum….“, mit einem „Wie oft verlieren wir eigentlich noch in der letzten Minute wichtige Punkte“ oder dem Klassiker „der Weissenberger muss den Ball da nur auf die Tribüne schiessen; der Schiri hatte die Pfeife schon im Maul!!!“. Nein: diesmal konnte man richtig ausgelassen sogar die Heimfahrt geniessen, das komplette Handytelefonbuch von Gerd und Steffen mit Eintracht-Gesängen (bzw. Tim Wiese-Gesängen) beglücken und über die glorreiche Zukunft der magischen SGE diskutieren. ENDLICH MAL!!!

Für die nähere Zukunft befürchtete ich zunächst mal 5-6 Mails von Carsten Knoop mit Inhalt „Streit unterschreibt in Schalke“, „Kyrgiakos verlässt die Eintracht“ oder „Amanatidis wechselt zum 1. FC Nürnberg“. Nun: bisher kam davon noch nichts. Somit steigt bei mir die Hoffnung, dass wir doch nicht die totale Söldnertruppe haben, die sich direkt nach dem Klassenerhalt in ihre Einzelteile auflöst. Aber was noch nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden. Hoffen wir, dass zumindest der (in diesem Spiel ÜBERRAGENDE) Ama bleibt. Der Typ ist unsere Lebensversicherung. Dass die Hiobsbotschaften allerdings noch schlimmer würden als oben befürchtet, glaubte ich nicht befürchten zu müssen. Aber auch ich täusche mich manchmal. Warum verlängern wir mit Weissenberger und wollen Rehmer halten???

Etwas verwundert war ich ausserdem über den Bremer Radiosender, dessen Sprecher mehrmals betonte, wie schlimm dieser Tag sei und dass er allen Fussballfans sein tiefes Beileid ausdrückt. Hm, na ja: Danke auf jeden Fall, aber so schlimm fand ich den Tag gar nicht!!!

Ansonsten seien noch zu erwähnen, die Stuttgarter Bochum-Fahrer, die wir auf der Heimfahrt trafen, die uns mit einer Damen-Hoch-Geste aus dem Auto wohl klar machen wollten, dass sie uns für den Sieg über Bremen danken wollten. Jaja, kein Problem – gern geschen; gerne wieder! DEUTSCHER MEISTER WIRD NUR DER VFB!!! Zuletzt trafen wir noch die grässlichsten menschlichen Subjekte, die ich jemals gesehen habe. 3 Mitglieder vom 1. Frankfurter Schalke-Fanclub aus Nied. Alles was ich zu diesen Personen sagen würde, glaubt mir eh keiner, daher lasse ich es am besten ganz. Nur 3 Worte: BODENSATZ DER GESELLSCHAFT!!!

Fazit: Eine absolut überragende Auswärtsfahrt, die auch trotz der zweifellos langen Anfahrt und dem nasskalten Wetter nicht getrübt werden konnte. Eine jederzeit akzeptable, phasenweise sogar gigantische Stimmung. Eine endlich mal starke und willige Eintracht (Never change a winning team, gell FF?), die völlig verdient 3 Punkte aus Bremen mitnimmt und auf grandiose Art und Weise einer wieder mal verkorksten Saison ein versöhnliches Ende bereitet.

Auf ein Neues in 2007/2008



In diesem Sinne!

Matzel

(Anmerkung: Bis auf das erste Photo, sind alle Bilder Copyright SGE4EVER.DE. Mittlerweile müsstet Ihr ja wissen, dass ich meinen Fotoapparaten zu ganz besondern Anlässen stets im Auto oder sonstwo zu vergessen pflege).

Donnerstag, 3. Mai 2007

6-Punkte Spiel

EDIT II: Tja, was soll ich noch sagen. Das beste Spiel der Eintracht in dieser Saison nur in der Sportschau sehen zu können ist schon pervers. Aber lieber so als Erfolgsfan, gell, Tobi!

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EDIT I: Stete Zuversicht wich einer Nasennebenhöhlengelenkschmerzenkopfundhalswehdrückebergerei. Ja, Tobi, ich bin nicht hart genug. Auf jeden Fall nicht hart genug für einen 10h-on-Tour-Tag. Daher bleibe ich in Mannheim und erweise mir einen Bärendienst indem ich zum IKEA gehe - mit Radio im Ohr, versteht sich.

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Auf der Rückfahrt von Dortmund war es klar - ich kann nicht mehr. Nie wieder Spiele mit Leiden und einem Oka der nicht hält. Ich kann definitiv nicht zum Fussball gehen am Samstag. Daher überreichte ich dem Tobi meine DK und die vom Matzel gleich mit. Soll er doch andere Idioten finden, die sich dieses Elend anschauen!
Joooaaa, am Dienstag habe ich dann den Matthias freundlichst gebeten, ob er mir denn die DK vom Morris schicken könnte...
Ich weiß es wirklich nicht...ich kann nicht sagen woher immer wieder dieser Optimismus kommt, den ich auch schon in Lüdenscheid hatte. Welch perfide Stimme flüstert mir denn bitte immer wieder ins Ohr, dass wir das schaffen könnten? Also ich meine das mit dem Gewinnen! Erst Nürnberg, dann Bochum. Das war wirklich furchtbar, aber als ich dann im Block bei den gelben Figli di puttana stand, war dieses Gefühl wieder da: heute schaffen wir es! Nein, wirklich, heute gewinnen wir! So habe ich momentan also noch vor am Samstag die 0:5 Heimpleite gegen die Germania live am Ticker...ne, live im Stadion zu erleben. Frau ist auch schon geimpft.

semper fi