Donnerstag, 17. Mai 2007

Nie mehr zweite Liga

Als ich am Samstag gegen 22.30 Uhr zwischenzeitlich in der Odenwaldstrasse aufgeschlagen bin und die obligatorische Frage meiner Eltern mit den Worten „Schön war es!“ beantwortete, hatte ich nicht gelogen.

Es war tatsächlich schön. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Für alle die nicht dabei waren, noch mal kurz zusammengefasst:

- AUSWÄRTSSIEG!!!
- KLASSENERHALT!!!
- Die ballorientierte Studentenbewegung wurde in die zweite Liga geschickt
- Die holländischen Kartoffelkäfer sind ebenfalls wieder wo sie hingehören
- Kämpferische und taktische Glanzleistung geboten
- Gazprom 06 verliert die Tabellenführung
- Die Eintracht schlägt eine Spitzenmannschaft (die an diesem Spieltag dem Titel einen Schritt näher kommen konnte) im fremden Stadion – und das auch noch verdient!
- Nebenbei innerhalb von 90 Minuten die Früchte einer ganzen Saison geerntet und dem explosionsartig durchtickenden Gästemob zum Verzehr vorgeworfen

Der Tobi hat das Live-Erlebnis Klassenerhalt dieses Jahr verpasst. Der Fabian jenes Ereignis nun schon zum zweiten Mal in Folge; was mich daran zweifeln lässt, dass man mit dem guten Jungen überhaupt Erfolg im Stadion haben kann. Wie auch immer: Tobi & Fabian: IHR SEID SOWAS VON SAUBLÖD!!! Nichts lag jetzt näher, als die obligatorische SMS mit dem Inhalt: „Ihr habt KAUM was verpasst“ zu verschicken. Allerdings fehlte hierzu leider die solide Basis. Naja, nächstes Jahr wieder; zumindest für den Fabian.

Zurück zum Thema: hier war eigentlich nix dabei, was wir nicht jedes Wochenende erleben. Standard; einfach ein schöner Nachmittag… Aber der Richtigkeit halber alles in Reihenfolge:

Los ging es am Samstag zu unzumutbar früher Stunde – gegen 7 Uhr. Auf zu Europcar um die Mühle abzuholen. Dort wurde ich informiert, dass der zweite Fahrer des Wagens ebenfalls persönlich mit seinem gültigen Führerschein antanzen muss um den Wagen fahren zu dürfen. Also rasch den Kilian in DA und Steffen und Gerd in Seeheim eingesammelt und zurück zu Europcar. Der etatmässige Fahrer Steffen fiel kurzfristig aus, da sein Führerschein unauffindbar war. Also sprang der Kilian in die Rolle ein, was allerdings gleich zum Anfang zu einem Problem zu werden schien. In Mittelpunkt stand hier der Abgleich von Kilians Führerscheindaten mit dem Europcar-Zentralrechner:

Verkäufer: Sie wohnen immer noch in der Mannheimer Strasse in Schriesheim?
Kilian: Äh, ne… definitiv nicht. Ich habe sowieso noch nie ein Auto bei Europcar geliehen, von daher haben Sie sicher nicht meine Daten.
Verkäufer: Dochdoch! Mit Ihrem Führerschein ist schon mal bei uns ein Auto ausgeliehen worden. Von einem Kilan Schmidt, wohnhaft in der Mannheimer Strasse in Schriesheim.
Kilian: Da bin ich in meinem Leben noch nie gewesen. Geschweige denn wohn ich da! Ich kenn auch keine Sau aus Schriesheim
Matze: Ich schon: EINE. Aber ich kann bezeugen, dass der Kollege hier nicht da wohnt!
Kilian: Ach stimmt, EINE kennen wir…

Dieser Dialog wiederholte sich (beinahe wortwörtlich) rund 3-4 Mal bis er uns dann persönlich die Daten vom Bildschirm mit Kilians Führerschein abgleichen liess. Tatsächlich stimmte es überein. Der Europcar-Mann schien schon kurz davor, die Bullen zu rufen. Stattdessen fragte er noch mal: Sind sie wirklich ganz sicher, dass Sie NOCH NIE bei Europcar ein Auto gemietet haben – muss auch nicht hier gewesen sein, sondern irgendwo in Deutschland.

Kilian: Auf keinen Fall – NEIN. Das heisst: Moment…. Als wir in München waren und die Karre draufgegangen ist haben wir uns ein Auto gemietet und zwar über meine Kreditkarte. Könnte sein, dass das bei Europcar war.

Plötzlich schloss sich der Kreis und auch die Schriesheimer Adresse machte plötzlich Sinn. Wie gesagt: Eine Sau kannten wir ja von da. Zuletzt konnte ich den Typ von Europcar noch ein wenig schocken. Der Kilian wollte nun natürlich wissen, ob die Daten wirklich an jenem Tag ins System gelangt waren und fragte den Typ: Können Sie darin eventuell sehen, wo das Auto ausgeliehen wurde? Muss irgendwo in der Nähe von Augsburg gewesen sein!“. Ich warf darauf noch ein kurzes „Am 26. Januar 2006“ ein, was mir die Abteilung „nutzlosem Wissen“ meines Hirns irgendwie in den Arbeitsspeicher gespült hatte. Der Blick von Herrn Europcar war leicht Angst erfüllt. Mir persönlich macht dieses Wissen aber am meisten Angst – das ist ein Fakt! Wie pflegt Monk immer zu sagen: Es ist eine Gabe und ein Fluch zugleich!

Die nächsten paar Stunden Fahrt verliefen dann ausgesprochen ereignislos, abgesehen davon, dass ich einige weitere Auszüge aus meinem unnützen Wissen preisgeben konnte. Seitdem zweifel ich allerdings daran, dass dieses Wissen wirklich unnütz ist. Wer weiss: vielleicht kommt der Tag an dem mein Leben davon abhängt, alle 18 Bundesligaklubs in 50 Sekunden aufzuzählen oder aber 6 Frauen-Bundesligisten zu kennen. Wenn auch nicht mein Leben: einige undotierte Titel auf der Bremenfahrt 2006/2007 konnte ich damit ergattern.

Gegen 13.45 Uhr bauten sich dann die Masten des Weserstadions am Horizont auf und schon kurz später (umgerechnet 800 Wahlplakate alias 500 Meter) stellten wir unser Gefährt im grössten Schlammloch Deutschlands ab und wanderten zum Stadion. Dort angekommen wurde erstmal ein kühles Haake-Pils verhaftet und ein letztes Mal alle mathematischen Möglichkeiten durchgegangen, mit denen wir trotz einer Niederlage die Klasse würden halten können.

Der Regen trieb uns dann früh in den Block und direkt am Eingang schien ein geradezu perfekter Platz für uns. Im Laufe des Spiels verfluchten wir allerdings die Idee, uns hier hinzustellen weil alle, aber auch wirklich ALLE Leute in diesem verdammten Block unser schmales Gässchen benutzten, um sich ins andere Ende der Kurve zu zwängen. Dabei trugen Steffen und Gerd meines Wissens einige Quetschungen von den Sitzplatz-Vorrichtungs-Reihen (wie heissen die dämlichen Dinger eigentlich) davon. Nur eine Reihe weiter vorne oder weiter hinten und alles wäre perfekt gewesen; so war es aber die absolute Hölle. Es war wirklich grausam. Dabei sei anzumerken, dass in diesem Block mal mindestens 30% mehr Leute waren, als jeder noch so sadistische Brandschutzbeauftragte jemals durchgehen lassen könnte. Von heute an, spreche ich mich öffentlich für einen strengen Blockzwang aus. Alles andere macht einfach keinen Sinn. Und wenn ich schon gradmal in Meckerlaune bin: muss es eigentlich sein, dass etliche Leute Rucksäcke mit ins Stadion nehmen? Das ist halt mal so was von zum kotzen, wenn die Kerle dann bei dem Gedränge auch noch den ganzen Kram auf dem Rücken dabei haben. Wahrscheinlich sind in den Dingern auch nur Lidl-Pfandflaschen von der Hinfahrt, die die Leute mit ins Stadion nehmen, weil sie Angst haben, der Busfahrer könne sie sonst klauen. Man sollte Rucksäcke im Stadion abgegeben müssen und dann frühestens 1 Stunde nach Abpfiff wiederbekommen. Ich wette, damit sollte sich das Problem relativ schnell lösen lassen!

Eine (für diese Entfernung) durchaus respektable Gästekurve machte sich dann pünktlich zum Anpfiff erstmals im weiten Rund bemerkbar. Das liess sich gut an und machte Lust auf mehr. Zugegebenermassen liess der Support in Hälfte eins einiges zu wünschen übrig – was leider bedeutete, dass wir nur etwa dreimal so laut waren wie der Grün-Weisse Streichelzoo auf der anderen Seite. Vor allem dieser nervende Dauersupport geht mir übelst auf die Eier. Ich kann leider keine Kreativität darin erkennen, wenn man in den ersten 15 Minuten nur 1 Lied singt. Ich finde es im Gegenteil absolut unkreativ und peinlich für unsere Szene. Ama erlöste uns dann von der monotonen Scheisse und versetzte die 5000 Hessen erstmals in einen Zustand leichten Ausrastens.


Vermutlich war der Jubel noch etwas verhalten, da sicher die meisten (wie zumindest ich) mit Schrecken dem entgegensahen, wie uns die Bremer Tormaschinerie nun für diese respektlose Dreistigkeit bestrafen würde. Wenig überraschend daher auch der Ausgleich ein paar Minuten später. Alles schien wieder seinen normalen Weg zu gehen. Eines sei aber noch gesagt: als ich das Stadion betreten habe, war ich im Meisterschaftskampf für Bremen. Das änderte sich aber nach dem Ausgleich der Bremer und dem folgenden Gepöbel im Bremer Oberrang direkt über dem Gästeblock. Wieso dürfen da eigenltich Heimfans sitzen? Keine Ahnung, aber von dem Momant an habe ich sogar Schalke mehr die Daumen gedrückt als diesen Bastarden in ihren Strassenreinigungs-Fisch-Trikots...

Das nächste Highlight passiert dann aber nicht auf dem Platz, sonder auf den Rängen – und hier ausnahmsweise Mal nicht auf Frankfurter Seite. Plötzlich sah man vereinzelt Leute im Stadion aufspringen, wild schreiend und gestikulierend. Daraufhin sprangen alle umhersitzenden Leute auf machten es dem vermeintlichen Animateur nach. Das passiert an etwa 50 Stellen im Stadion und langsam aber sicher ergab sich aus dieser Kettenreaktion ein ganzes Stadion, das wild hüpfend und gestikulierend abdrehte. Die ganze Szene wurde immer mehr zu einer grossen, jubelnden Masse. Mittlerweile war uns allen klar, dass der Zecken wohl gegen Schalke in Führung gegangen waren. Diese seltsame Euphoriewelle wurde immer lauter und man merkte wie sich das Gerücht, dass sich da auf der Tribüne verbreitete immer mehr bestätigte, aber noch nicht 100%ig sicher war. Mittlerweile stand das ganze Stadion und die Leute lagen sich in den Armen. Dann wurde ein Tor in Dortmund eingeblendet und langsam rutschte im Rahmen einer miesen Animation das Ergebnis von 1:0 ins Bild. Daraufhin löste sich die Anspannung des kursierenden Gerüchtes und das ganze Bremer Stadion rastete nun komplett aus. KRASS - es hat echt Spass gemacht, das mit angesehen zu haben. Eine unbeschreibliche Szene, die vielleicht 10 Sekunden dauerte, aber einfach nur der Hammer war.

Nun lagen also Schalke und Stuttgart zurück und die Bremer hatten vor wenigen Minuten ausgeglichen. Uns war klar, was die Fische jetzt mit uns machen würden… Es fiel allerdings auf, dass die Bremer zwar kombinieren konnten wie sie wollten und meiner Meinung nach auch viel zu viel Platz hatten; die Eintracht allerdings spätestens zum Strafraum dicht machte und Diego & Co nur der Raum vor dem Strafraum zur freien Verfügung stand. Die Eintracht konnte sich über eine solide Abwehrleistung in die Halbzeit retten und hätte mit ein wenig mehr Glück auch gut führen können. Köhler mit einem Distanzschuss aufs leere Tor und Streit mit 2 überragenden Schüssen waren nah dran.

In der Halbzeit passierte mal wieder etwas, was auch nur mir passieren kann. Irgendein Penner hinter mir labert mich in der Halbzeit an mit den Worten „Hast du dir für heute noch ein Trikot geliehen oder was?“. Ich hab erstmal garnix gecheckt. „Hä? Wieso?“. Daraufhin erklärte mir der Kerl, dass er mich für einen Bremer hält. War wohl nicht zu verkennen, dass wir einen Bremer unter uns hatten, aber wie kam er auf mich??? Nach etwa 30sekündiger Diskussion kam mir die Idee, die mich in allen Punkten der Anklage freisprechen würde:
Matze: „Soll ich dir meine Dauerkarte zeigen, oder was?“
Penner: „Ja, zeig doch mal“
Matze: „Okay, bitte…. Oh FUCK!!!! Die hab ich net dabei; die habe ich grade verliehen“
Penner: „Jaja, natürlich. Is klar!“

Oh Mann – meine Dauerkarte verleih ich nie wieder in meinem Leben. Nach Vorzeigen meines Eintracht-Mitgliedsausweises und meiner Pay-Clever-Card konnte ich sogar den Kollegen von der Richtigkeit meiner Worte überzeugen. Unglaublich: Da soll noch mal einer sagen, die Pay-Clever-Card wäre zu nichts nutze“. Aber die Frage sei trotzdem erlaubt, warum der Gerd für alle hörbar brüllen kann „WARUM SCHIESST DER KLOSE DENN DA NICHT SELBST?“, ohne dass es jemand interessiert, aber ich gar nichts machen muss um als ungewünschter Eindringling der Gegenseite angesehen zu werden. Anyway; zurück zum Spiel:

Die 2. Hälfte begann mit dem Besuch von Tim Wiese vor dem Gästeblock, wo er die Freude hatte, die nächsten 45 Minuten in unmittelbarer Nähe seiner Frankfurter Freunde zu verbringen. Auch der Gästemob freute sich und begrüsste den geliebten Bremer Schlussmann mit einem „Die Mutter von Tim Wiese ist ne xxx“ (da wir uns hier im Internet befinden, wo auch Kinder mitlesen, kann ich das leider nicht nennen. Ich denke aber dass uns allen klar ist, dass es hierbei darum geht, dass Tim Wiese’s Mutter abends nach 11 noch mal vor die Tür gegangen ist, um was dazuzuverdienen).

Der liebe Tim bestätigte dass unsere nettgemeinten Worte angekommen waren, indem er dem Gästeblock mal wieder seinen Mittelfinger präsentierte. Eigentlich könnte man sich ja mal fragen, wie oft sich der DFB das eigentlich noch ohne Strafe ansieht. Aber ich würde einfach mal sagen, der Tim und wir sind quitt und damit lassen wir es gut sein…

Aber a propos Tim: Der sah gar nicht mal soooo gut aus, als Fink den Ball an ihm vorbeistolperte und den mitgelaufenen Naldo mustergültig bediente. Dieser löste sich im richtigen Moment von Takaharas Manndeckung und schob den Ball ungefährdet ein. Unser Japaner kam (nicht zum einzigen Mal an diesem Nachmittag) einen Schritt zu spät und hatte das Nachsehen.



Was jetzt im Gästeblock los war ist mit den Worten „anarchistisch-explosionsartiger Ausraster“ definitiv völlig untertrieben and verharmlost. So einen krassen Freak-Out habe ich vermutlich das letzte Mal bei Schui’s 6:3 gegen Reutlingen erlebt. Gänsehaut pur und was von da an stimmungsmässig bis zur 80. Minute im Gästeblock abgeliefert wurde, dürfte ziemlich einzigartig im deutschen Fussball sein. Die letzen 10 Minuten verdrängten dann die Anspannung und apathisches „Raus! RAAAAUUUUUSSS!“-Rufe den normalen Support.



Spielerisch waren die Bremer eh längst ungefährlich und wenn die Eintracht kontern könnte, wäre die Geschichte spätestens nach 75 Minuten gelaufen gewesen. Aber wir können halt nicht kontern und weiter sage ich nichts dazu… Der Ausgleich von Wolfsburg breitete sich dann ebenso schnell im Gästeblock aus, wie Anfangs das BVB-Tor gegen Gazprom. Nochmals Riesenjubel über die frohe Kunde per Anzeigetafel und dann als Krönung der Abpfiff: ein letztes Mal kollektives Ausrasten in den Armen liegen mit wildfremdesten Leuten und ein (allerdings äusserst dürftiges) Abfeiern der Mannschaft nach Spielende.


Diese war nach 3 Minuten in der Kabine verschwunden und kam auch bis 18.15 Uhr nicht noch mal raus. Das ist schon sehr erbärmlich. Dass anfangs noch locker 2000-3000 Leute im Block warten, die 500 km gefahren sind und die Truppe sich nicht draussen blicken lässt. Erst viel später liess sich die Truppe dann noch mal im Anzug draussen blicken – aber davon sahen wir nichts mehr! Die Zeit bis 18.15 Uhr konnte man sich wenigstens damit vertreiben, der auslaufenden Verlierer-Elf aus Bremen bei jeder Auslaufrunde ein „Und Ihr wollt Deutscher Meister sein“ entgegenzuschmettern. Auch die „Deutscher Meister wird nur die SGE“-Rufe wurden wieder zu einem Klassiker. Daneben wurde der ebenfalls auslaufende Unparteiische mit „Markus Me-erck“- Sprechchören gefeiert. Dieser reagierte daraufhin mit einem schelmischen Grinsen und einem peinlich berührten (um nicht zu sagen: spitzbubenhaft ertappten) Abwinken gegenüber unserem Block. Ihm war allerdings anzumerken, dass er es mindestens so lustig fand, wie wir im Block. Genannter Schriri fiel im Übrigen durch eine sehr „britische“ Regelauslegung auf, was dem Spielfluss allerdings sehr gut tat. So sollten echt mal alle Schiedsrichter pfeifen. Als dann noch etwa 150 Leute im Block waren, verzogen auch wir uns und wanderten zurück zum Auto.

Das letzte Mal an jenem Tag verliess mich der Glauben an die Menschheit, als 2 Friedberger Schlampen uns darauf aufmerksam machten, dass wir beim Zumachen des Kofferraums vermeintlich aus Versehen 2 Schals eingeklemmt hatten. HERR, WIRF HIRN VOM HIMMEL!!!

Die Heimfahrt musste diesmal nicht verschwendet werden mit Diskussionen wie „Ey, da führst du nach 6 Minuten mit 2:0 in Bochum….“, mit einem „Wie oft verlieren wir eigentlich noch in der letzten Minute wichtige Punkte“ oder dem Klassiker „der Weissenberger muss den Ball da nur auf die Tribüne schiessen; der Schiri hatte die Pfeife schon im Maul!!!“. Nein: diesmal konnte man richtig ausgelassen sogar die Heimfahrt geniessen, das komplette Handytelefonbuch von Gerd und Steffen mit Eintracht-Gesängen (bzw. Tim Wiese-Gesängen) beglücken und über die glorreiche Zukunft der magischen SGE diskutieren. ENDLICH MAL!!!

Für die nähere Zukunft befürchtete ich zunächst mal 5-6 Mails von Carsten Knoop mit Inhalt „Streit unterschreibt in Schalke“, „Kyrgiakos verlässt die Eintracht“ oder „Amanatidis wechselt zum 1. FC Nürnberg“. Nun: bisher kam davon noch nichts. Somit steigt bei mir die Hoffnung, dass wir doch nicht die totale Söldnertruppe haben, die sich direkt nach dem Klassenerhalt in ihre Einzelteile auflöst. Aber was noch nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden. Hoffen wir, dass zumindest der (in diesem Spiel ÜBERRAGENDE) Ama bleibt. Der Typ ist unsere Lebensversicherung. Dass die Hiobsbotschaften allerdings noch schlimmer würden als oben befürchtet, glaubte ich nicht befürchten zu müssen. Aber auch ich täusche mich manchmal. Warum verlängern wir mit Weissenberger und wollen Rehmer halten???

Etwas verwundert war ich ausserdem über den Bremer Radiosender, dessen Sprecher mehrmals betonte, wie schlimm dieser Tag sei und dass er allen Fussballfans sein tiefes Beileid ausdrückt. Hm, na ja: Danke auf jeden Fall, aber so schlimm fand ich den Tag gar nicht!!!

Ansonsten seien noch zu erwähnen, die Stuttgarter Bochum-Fahrer, die wir auf der Heimfahrt trafen, die uns mit einer Damen-Hoch-Geste aus dem Auto wohl klar machen wollten, dass sie uns für den Sieg über Bremen danken wollten. Jaja, kein Problem – gern geschen; gerne wieder! DEUTSCHER MEISTER WIRD NUR DER VFB!!! Zuletzt trafen wir noch die grässlichsten menschlichen Subjekte, die ich jemals gesehen habe. 3 Mitglieder vom 1. Frankfurter Schalke-Fanclub aus Nied. Alles was ich zu diesen Personen sagen würde, glaubt mir eh keiner, daher lasse ich es am besten ganz. Nur 3 Worte: BODENSATZ DER GESELLSCHAFT!!!

Fazit: Eine absolut überragende Auswärtsfahrt, die auch trotz der zweifellos langen Anfahrt und dem nasskalten Wetter nicht getrübt werden konnte. Eine jederzeit akzeptable, phasenweise sogar gigantische Stimmung. Eine endlich mal starke und willige Eintracht (Never change a winning team, gell FF?), die völlig verdient 3 Punkte aus Bremen mitnimmt und auf grandiose Art und Weise einer wieder mal verkorksten Saison ein versöhnliches Ende bereitet.

Auf ein Neues in 2007/2008



In diesem Sinne!

Matzel

(Anmerkung: Bis auf das erste Photo, sind alle Bilder Copyright SGE4EVER.DE. Mittlerweile müsstet Ihr ja wissen, dass ich meinen Fotoapparaten zu ganz besondern Anlässen stets im Auto oder sonstwo zu vergessen pflege).

Donnerstag, 3. Mai 2007

6-Punkte Spiel

EDIT II: Tja, was soll ich noch sagen. Das beste Spiel der Eintracht in dieser Saison nur in der Sportschau sehen zu können ist schon pervers. Aber lieber so als Erfolgsfan, gell, Tobi!

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EDIT I: Stete Zuversicht wich einer Nasennebenhöhlengelenkschmerzenkopfundhalswehdrückebergerei. Ja, Tobi, ich bin nicht hart genug. Auf jeden Fall nicht hart genug für einen 10h-on-Tour-Tag. Daher bleibe ich in Mannheim und erweise mir einen Bärendienst indem ich zum IKEA gehe - mit Radio im Ohr, versteht sich.

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Auf der Rückfahrt von Dortmund war es klar - ich kann nicht mehr. Nie wieder Spiele mit Leiden und einem Oka der nicht hält. Ich kann definitiv nicht zum Fussball gehen am Samstag. Daher überreichte ich dem Tobi meine DK und die vom Matzel gleich mit. Soll er doch andere Idioten finden, die sich dieses Elend anschauen!
Joooaaa, am Dienstag habe ich dann den Matthias freundlichst gebeten, ob er mir denn die DK vom Morris schicken könnte...
Ich weiß es wirklich nicht...ich kann nicht sagen woher immer wieder dieser Optimismus kommt, den ich auch schon in Lüdenscheid hatte. Welch perfide Stimme flüstert mir denn bitte immer wieder ins Ohr, dass wir das schaffen könnten? Also ich meine das mit dem Gewinnen! Erst Nürnberg, dann Bochum. Das war wirklich furchtbar, aber als ich dann im Block bei den gelben Figli di puttana stand, war dieses Gefühl wieder da: heute schaffen wir es! Nein, wirklich, heute gewinnen wir! So habe ich momentan also noch vor am Samstag die 0:5 Heimpleite gegen die Germania live am Ticker...ne, live im Stadion zu erleben. Frau ist auch schon geimpft.

semper fi

Freitag, 27. April 2007

BVB Hu*rensöhne

Passend zum Spiel sind alle Fotos meiner Digicam unscharf. Vielleicht auch besser so. Hoffe nur, dass das Spiel in meiner Erinnerung ebenso unscharf wird.
Fühle mich gerade zu leer um noch etwas zu schreiben. Nach Nürnberg, dem Spiel gegen Bochum und dem gestrigen, habe ich innerhalb von exakt 10 Tagen drei Niederlagen und 0:9 Tore gesehen und nebenbei 1.236 km zurückgelegt. Danke, mir reichts. Da darf ich auch mal pfeifen, wenn Nationalspieler zum x-ten Mal den Ball verlieren.
Lob an den Christoph Spycher, der die Mannschaft noch in die Kurve befehligt hat, um sich dort dann auspfeifen zu lassen. Hut ab! Das nenne ich Charakter. Leider waren da vor allem jene dabei, denen noch jugendliche Unerfahrenheit bescheinigt werden darf. Die Hauptakteure der Misere waren wohl unpäßlich...

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edit by Tube:
Mir fällt zu dem Spiel auch nur folgendes ein:






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Vorbericht zur Auswärtsfahrt nach Nordlüdenscheid. Also nicht wirklich ein Bericht sondern vielmehr ein Hinweis, dass der Schries'emer, der Seeh'mer und der Stuttgarter ins weite Land der Nordrheiner ziehen, um Hu*ensöhne und freilaufende Ebis zu besuchen.

Reiseveranstalter: Koma-Reisen Kotzbrecht, Bad Uibel
Reiseleiter: Frankfurter Jungs (sind wir das nicht alle?)
Reiseziel: Irgendwo im Lummerland der märkischen Heide.
Reisende: Tube aka Tobias Wer?, Matzel aka Major, Fubu aka Schwabenschwuchtel
Reis: Basmati-Thai-Mischung von Oryza
Re: ein ägyptischer Sonnengott

"Schöner Tag..."

Mittwoch, 18. April 2007

BÜCHSENMACHER

17. April 2007, Dienstag, 13:35 Uhr
Ein Renault Clio fährt auf den ABB Besucherparkplatz. Der Fahrer steigt aus - er trägt ein Eintracht-Trikot - und montiert erstmal den Eintracht-Schal hinter die Heckscheibe. Schön, denke ich mir. Kaum einer der mich jetzt sieht könnte erahnen, warum ich diesen Mittag keine Zeit habe. Packe also meine Aktentasche, zupfe die Krawatte zurecht und steche aus (Gehen 13:39 Uhr).
Zügig lassen wir Mannheim-Käfertal hinter uns und wechseln auf die Road-to-Hell. Zu viele Auswärtsfahrten sind schon an diesem Beelzebub gescheitert…dem Ahnungslosen wird sie auch schon mal als A67 vorgestellt. Wie erwartet haben wir gerade die Ausfahrt Lorsch rechts liegen lassen und blicken dann plötzlich in ein Meer von Warnblinklichtern und stauenden Autos. Doch diesmal ist es nur eine Wanderbaustelle. Pfuaa…also doch alles gut und es geht zügig weiter.
Am Gleisdreieck werden wir standesgemäß begrüßt: „Habt ihr Papers? Also DU (blickt auf mich) sicher net, aber ihr anderen?“. So ziehe ich mich zügig um und wir besteigen den Bus. Tobi sagt noch ein paar anderen Hallo als mich eine zierliche Asiatin fragt wer oder was ich bin bzw. auf welchen Namen ich Karten und Sitzplatz bestellt habe. „Ich bin mit dem Tobi da.“ – „Häh, wer?“ – „Mit dem Tobi!???“ – (ungläubige Blicke) – „Tobias Reinhard?“ – „Häh? Wer?“ – Ich war fast schon darauf vorbereitet, dass sie gleich in ihr Handgelenk spricht "Sperber an Tontasse - Code 32-19 in Reihe 2. Zugriff!". Wie einer Vision gleich projezierte sich folgendes in mein Blickfeld: „Tube?“ – „Aaaah. Ok.“. Soviel zur Verknüpfung von Forum und Real-Life!!!
Da sowohl Tobi als auch ich schon unsere Erfahrungen mit Busreisen gemacht haben, hatten wir uns diesmal dazu entschlossen mitzutrinken, denn nur so erträgt man dieses einigermaßen schadlos. Das ist wie impfen – erst muß man mit kleinen Portionen des Erregers infiziert werden, damit man Abwehrkräfte entwickeln kann. So beteiligten wir uns rege an der Versorgung, die wie folgt aussah:

Hier haben wir zwei Mettbrötchen und einen Kaffee. Darunter ein Kinderbier sowie 2/7 Schnitzel.

Die Fahrt war sehr entspannt. Busse sind zwar immer Scheiße, aber von den Leuten her war es echt in Ordnung. Wider erwarten wurde weder einschlägige noch schräge Musik gespielt. So gondelten wir entspannt nach Nord-Bayern (nur 1 Pinkelpause!!!). Zwisc
hendurch gab es ob der Uhrzeit auch noch mal Kaffee und Kuchen. Ich hatte Glück und ergatterte noch ein Stück Erdbeertörtchen (s. Foto). Tobi hatte daneben gegriffen und nahm sich ein Stück Donauwelle. Das sah vielleicht übel aus...daher auch kein Foto.


Kaum hatten wir die Stadtgrenze des Fürther Stadtteils Nürnberg überschritten, hatten wir uns die Pest eingefangen. Der dreckige Mannschafsbus der Fürther B-Elf klebt an unseren Hacken (Video folgt). Dieser wurde freudig begrüßt und auch die am Wegesrand flanierenden "Fans" wurden bedacht (Guten Tag!). Der Bubenmacher zeigt hier nicht nur, dass er kein Büchsenmacher ist, sondern auch wo er seine Eier hängen hat.
Bus geparkt, wild uriniert und ab zum Sportplatz. Der Weg führte vorbei an einem Freiluftmuseum für Polizeigeschichte. Vor dem Stadion traf man dann nach dem Genuß von echten Fürther Rostbratwürstchen auf alte Bekannte und es entwickelte sich folgende Szenerie:










"Wuuuuschelhase...



...hast Du mich Ratenzahler genannt?











Ah, Jörg, Du bist's! Viel Spaß, ge! Und laß mir aaa noch so änn dreggische Fötter übrisch! Fußballfans sind keine Verbrecher!"


Einlaßkontrolle hinter sich gebracht und ab in den Block. Leider greift es immer mehr um sich, dass der Stadionsprecher sich weniger als Moderator, sondern vielmehr als Animateur versteht. Das ist wirklich betreutes Jubeln und wenn ich diese Schwenkfahnen-Choreo sehe denke ich eher an zwölfjährige Mädchen, die das "57. Sommer-Turnfest des TSV 1923 Osnabrück Schinkel-Ost" eröffnen. Aber nachdem die Kunden gemäß ihrer Tribüne zum Support aufgerufen wurden, waren wohl alle über die Höhe des Lärmpegels so entzückt, dass sich wohl das ein oder andere Tröpfchen ins Höschen verirrt hat. Die Choreo hingegen war echt schön - natürlich immer noch nix gegen unsere Bielefeld-Choreo, aber wenn man mal die Reputation des Fürther Anhangs und die Erfahrung dieser in Spielen mit Zuschauerbeteiligung > 10.000 betrachtet, hat er doch wirklich Anerkennung verdient.
Zum Verlauf des Spiel möchte ich nicht mehr sagen, als ich unten in den Punkten schon genannt habe. Hervorzuheben ist mal wieder der Support - habe es noch nie erlebt, dass die komplette Halbzeitpause durchsupportet wurde: "S...G...E...SG Eintracht Frankfurt". In Summe wurde dieser Gesang ca. 30min lang präsentiert. Nach dem 3:0 war natürlich die Luft raus und man wartete nur noch auf den Schlußpfiff. Stimmung der Nürnberger natürlich gut und das "Fister und Shady"-Stadion wurde zum Hexenkesel. Wie geprügelte Hunde trotteten wir stumm zum Bus zurück. Die Rückfahrt schlief ich fast komplett durch. Tobi lenkte uns dann noch souverän vom Gleisdreieck nach Hause (dies war auch nur deswegen möglich, weil unerwartet doch noch alle Räder am Auto waren) und wir erreichten Mannheim so gegen halb vier Uhr morgens. Als mein Kopf eine halbe Stunde später dann mein Kopfkissen berührte, war ich doch froh, dass der Geschäftstermin in Heilbronn abgesagt worden war und ich nicht um acht Uhr in Brühl sein mußte...Glück gehabt.
Abgesehen davon, dass Busse immer Scheiße sind, war die Fahrt echt Klasse! Wird wohl mit den Frankfurter-Jungs nach Dortmund ein wenig anders verlaufen...aber wir werden sehen.

Zusammenfassend hier noch mal einige Punkte:

01. Wir haben doch gewußt, dass er kein Büchsenmacher ist.
02. Ich bin zu alt für solch einen Unsinn unter der Woche mit ohne Urlaub.
03. Es gibt noch anständige Busse!
04. Das 0:4 fiel zwo Tore zu hoch aus.
05. Wir haben ein Abwehrproblem im Sturm. Im Mittelfeld und auch in der Abwehr.
06. FF setzt Zeichen die auch falsch verstanden werden könnnen.
07. Mußte es der Fandel sein?
08. Gibt es noch Stadien, in denen das Publikum nicht zum Support aufgerufen werden muß?
09. Mettbrötchen, zwei Kaffee und ein Erdbeertörtchen machen nicht satt aber voll. Finger weg von Donauwelle!
10. Das Stadion ist irgendwie komisch...
11. "Michael Thurk, [...], verkörpert das Tasmania Berlin der Gegenwart." (Quelle: Jungewelt.de)
12. "Trainer Friedhelm Funkel hatte einmal mehr eine Aufstellungsvariante gewählt, welche die allermeisten Betrachter der Begegnung überraschte." (Quelle: eintracht.de)

Edit by Tube:

Guntach, hier nur schnell mein Video und die 2 pics, die ich habe.


G. Fiertz gibt sein letztes Hemd für unsere SGE!





Mwahaaa, wie fertig kann man aussehen? Spackos!








Et voilá, c'est le video de la support de demi-temps (man beachte das PERFEKTE Französisch. Bitte kein Neid. thx.)

Montag, 16. April 2007

FUSSBALL UND GEWALT

Hier alle mal lesen - sehr interessanter Artikel im SpOn über SKBs!

"Die Polizei wird über den Tisch gezogen"


Mittwoch abend folgt dann spätestens von einem Überlebenden der EFC Per Sempre Bus-Tour ein Bericht über den Einzug ins DFB-Pokalfinale!

Sonntag, 15. April 2007

Von Liebe und Hass

(Achtung XXL-posting mit Bildern und Videos. Scheiss auf Formatierung.)

So liebe Leuts. Das Leben ist hart und ungerecht, aber wem erähl' ich's. Aus eben diesem Grund und weil ich auf Schmerzen stehe, hat es mich am Samstag ausnahmsweise mal per Sonderzug nach Bielefeld verschlagen.

Samstag 7:20 Uhr. Der Wecker spinnt. Was klingelt der bitte an einem Samstag um so eine Uhrzeit, nach gerade mal knapp 4 1/2 Stunden Schlaf? Achso, da war was. 8:15 Uhr, Darmstadt Hauptbahnhof, Abfahrt des Sonderzuges nach Bielefeld, wo unsere geliebten Adler versuchen werden sich die Almdudler zu krallen. Naja dann. Auf geht's. In Darmstadt sah das alles noch ganz schön harmlos aus. Außer unserem allseits bekannten Vorgröhler M.S. und ein paar anderen widrigen Gestalten (mich eingeschlossen) war da nicht viel los und so ging es dann ziemlich unaufgeregt in der Bimmelbahn nach Frankfurt.

So sieht übrigens ein jungfräuliches Sonderzugabteil aus. Schon mal vorab. Es wird keinen Vorher-Nachher-Vergleich geben, da ich aus ästethischen und hygienischen Gründen das "Nachherbild" nicht posten werde. Nur soviel sei gesagt: Mir war bis Samstag nicht bewusst, dass ich fähig bin, für Sitze und Bodenbeläge Mitleid zu empfinden.

In Frankfurt angekommen, traf dann meine Begleitung für den Tag ein. Namentlich Laupi, Miri, Schoppe und Sabrina. Im Schlepptau noch 2 Mädels und ein paar Herren aus der per-sempre Mannschaft (der Pole, der Grieche, der Ball, Christus, NDA..)
Die schlechteste aller Entscheidungen hatte ich allerdings schon vor der Zugfahrt getroffen. Nämlich, kein Alkohol zu trinken. Damit waren ich und die Kollegen von der mobilen grünen Minderheit ziemlich alleine auf weiter Flur. Mir schwante schon nach wenigen Minuten, dass das ein harter Tag für mich werden würde. Aber ich hatte es ja nicht anders gewollt. An dieser Stelle noch ein kurzer Gruß an ein paar Schweinenasen, die sich erst 2 Tage nachdem ich mir die Karten + Begleitung + Zugfahrt organisisert hatte, dazu entschlossen haben, doch nach Bielefeld zu fahren. Ich rede nie wieder einen Ton mit euch ;).

Nach einigem Kampf ging es dann sitzend Richtung Bielefeld. Neben mir wurden Mettbrötchen (Pflümlis) und Laugenstangen (Apfelkorn) gefrühstückt, und ich begann zu schwitzen. Wieder andere erklärten ihrer Oma, wo sie sich gerade befanden. "Ich bin im Zug. - wo? - Na, im Zug? - wie im Zug? - Na, in der Eisenbahn - Achso, in der Eisenbahn, sag das doch gleich, Bub" .. Jaaa wir fahren Eisenbahn, jaaaa wir fahren Eisenbaaahn..
Dummerweise saßen wir genau an einer der ziemlich rar gesäten Pissmöglichkeiten. Schon nach kurzer Zeit bildeten sich von beiden Seiten lange Schlangen mit verzweifelt aussehenden jungen Menschen, die krampfhaft versuchten, sich nicht schon nach einer Stunde Zugfahrt in die Hose zu machen. Dem einen oder anderen gelang das leider nicht vollständig, gell Miri? :)

Nach und nach füllte sich auch der Boden vor der Klotür mit Urin und bahnte sich langsam aber sicher seinen Weg durch's Abteil. Naja, wenn's schön macht.
Meine Mitfahrer wurden voller, die Stimmung stieg und ich schwitzte. Irgendwie bin ich für Temperaturen über 20 Grad nicht geschaffen. Und so schafften wir es allesamt uns irgendwie (jeder auf seine Weise) auf das Wesentliche zu konzentrieren. Bei Griechen sieht das im Allgemeinen wohl so aus:


So bahnten wir uns also unseren Weg durch die deutsche Wildnis bis zum Bielefelder HBF, gleichzeitig wohl Mittelpunkt aller Mittelpunkte in Bezug auf Wildnis. Ankunft: kurz vor 14 Uhr. Schwitzstatus: alles nass.
Dort versammelte sich jedenfalls ein Großteil des Auswärtsmobs und teilte erstmal mit, woher wir eigentlich kommen und wer hier eigentlich die Idioten sind. Gefühlslage: Ja, Mann! :)




Vom Bielefelder HBF wurden wir dann Richtung Alm geführt. Zu Bielefeld selber gibt's nicht viel zu sagen. Nix weltbewegendes, aber warm hammses' da, leck mich am Arsch. Ist ja wie auf Cuba. Der Sonnenbrand nahm erste Züge an. Wie auch immer, nach 15 Minuten Gänsemarsch erreichten wir jedenfalls den heutigen "place to be". Erwähnt sei noch der tapfere Bielefelder Adler, der aus seiner Bielefelder Wohnung stolz seine Adlerfahne schwenkend, den Mob begrüßte. Na wenigstens einmal im Jahr ein bissel Spaß. Besser als garnicht.





Nachdem wir ziemlich lange vor dem kleinen Einlasstörchen gebrutzelt wurden, war drinnen doch noch kurz Zeit den eigentlich doch ganz netten Schweinenasen "hallo" zu sagen und sich noch was zu Trinken in den Magen zu schütten. Leider waren wir dann ziemlich spät im Stehblock, wodurch wir mäßig gut standen und die Hälfte des Sichtfeldes von irgendwelchen Stahlrohren verdeckt wurde. (man sieht's an den Bildern) Dadurch, dass Maddin plus Support-Anhang auf den eigentlichen Sitzplätzen standen und die Stehplätze sowieso Bock haben zu supporten, war die Stimmung ziemlich geil.
Nach einer dicken Chance für Russ, schoss dann der wieder ins Team gerutschte Amanatidis in der 10. Minute das 1:0 für unsere Adlerträger.
Bielefeld fand support-technisch nicht statt. Wir schon :)
Es kam jedoch, wie es kommen musste. Da die Mannschaft nach Führungen regelmäßig vergisst, selbst auch weiter Fußball zu spielen, fiel in der 28. Minute der Ausgleich durch Vollegal. Doch schon 5 Minuten später köpfte der starke Vasoski das runde Leder unhaltbar zur erneuten Führung in die Maschen. Mit 2:1 ging's auch in die Pause. Seltsamerweise gab es ab Mitte der 1. Halbzeit im gesamten Stadion keinen Tropfen mehr zu trinken. Nichts. Kein Wasser, kein Bier, kein.. einfach nichts. Etwas verwundert entgingen die meisten dem sicheren Verdurstungstod, indem sie Leitungswasser zapften. Kann ja auch keine Sau ahnen, dass die Leute bei gefühlten 35 Grad Durst haben. Wie auch?
Naja, die 2. Hälfte ging jedenfalls mit einem Paukenschlag los. Ama verwandelte einen einigermaßen berechtigten Elfer sicher zum 3:1. Die bielefelder Kurve wurde dadurch nicht unbedingt lauter und pegelte sich auf gutem Dortmunder Niveau irgendwo zwischen 0 und 0dB ein, was man so von uns nicht behaupten kann. Die Arminen gaben sich in der Folgezeit wirklich Mühe, doch der Anschlusstreffer wollte einfach nicht fallen. Naja, also bis zur 81. Minute. Scheissegal köpfte zum 3:2. Kollektives Bleichwerden in den Frankfurter Blöcken. Nicht schon wieder! Ich verbrachte die nächsten paar Minuten eigentlich nur damit, nicht vor Aufregung in Ohnmacht zu fallen. Der Schweiß wechselte die Temperatur und war nun kalt.
...Und die Jungs gehen schon wieder nicht richtig an die Männer ran! Leck mich doch am Arsch.. grätsch den doch um, Mann! ..90. Minute. Anzeige: 1 Minute Nachspielzeit. Oh Gott, lass uns das überstehen. 91. rum. 92. rum. HALLO? Die 93. Minute läuft, wir sehen inzwischen garnix mehr, da zig Leute auf dem Zaun hocken. Plötzlich: Baaaaaaam, die Frankfurter Blöcke explodieren vulkanartig:
Ich: WAS? TOR? ABPFIFF?
Laupi: Äh, TOR?
Ich: TOR?
Laupi: TOR!
ICH: TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR!
Geschossen hat's der Heller.
4:2 Sieg in Bielefeld. Wie geil ist das denn? Dachten sich nicht nur die 6000(?) mitgereisten Adler, auch der Mannschaft war die Erleichterung anzusehen. Huggel vollführte vor der Kurve einen kleinen Tanz und die Menge feierte die überfälligen 3 Auswärtspunkte.





Nach dem Spiel deckten wir uns beim Jibi-Markt erfolgreich mit Frikadellen, Brötchen und Getränken ein, dann ging's zurück zum Bahnhof. Nach einigen Problemen fanden immerhin Alex + Dame und ich einen Sitzplatz. Den Rest hat es in irgendeins der anderen Abteile verschlagen. Schon seltsam, warum so viele Leute stehen mussten, was bei jeweils knapp 6 Stunden Zugfahrt durchaus nervig sein kann.
Die Rückfahrt wurde dann wider Erwarten doch noch ziemlich lustig.
Es begann damit, dass neben uns Jungs von den cops wegen kiffen rausgezogen worden sind. Beweisstück: ein Jointstummel. Uiuiui. Da tobt die Menge und der Staatsanwalt freut sich. Ab ins Kitchen mit dem jungen Mann, der beim ausmachen des Teils gesehen wurde. Verbunden war die Aktion mit einer ziemlich lustigen "Zugriff"-Geste des Beamten, die sich im Laufe der Fahrt immer mehr verselbstständigte. (Zur Erklärung: Die Geste beginnt mit einer "Beckerfaust", allerdings mit gespreitzten Fingern. Dann wird der Arm um 45 Grad nach unten bewegt und dabei die Faust geschlossen. Wer dabei noch "Zugriff" brüllt, ist "gestentechnisch" schon mal ganz weit vorne dabei.)
"Ihr seid so lächerlich" war noch der harmloseste Gesang, den die in den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Waggons stehenden Polizisten zu hören bekommen haben. Kollege Christian begeisterte die Menge mit allerlei Liedgut, mal mehr mal weniger wunderlich, aber wie auch immer, dem Abteil gefiel's.
Nach und nach erwischte es immer mehr Leute, die ihre Personalien bei den cops abgeben mussten. Unter anderem, weil man sich gegenseitig aus Spaß mit Bier bespritzt hatte. Klar, der Zug sah nicht sowieso aus wie zugeschissen, da machen so 2-3 Spritzer, die dann bei sowas noch an der Scheibe landen, natürlich mächtig was aus. Immerhin, die Leute wurden fachmännisch belehrt. O-Ton: "Ich belehre dich jetzt, ..". Die Zeit wurde mit allerlei Gesängen rumgebracht, die nicht immer zwangsläufig was mit Fußball zu tun hatten. Beim allseits beliebten: "Wir scheißen auf Saarbrücken, wir wixxen in die Saar, und wir hassen Kaiserslautern - Tod und Hass dem FCK", wurde mehrfach laut "mehr Hass" in der Intonation gefordert (was alleine schon sehr lustig war), als plötzlich die Tür zum Abteil aufgeht und die Grünen Kameras reinhalten, worauf Dennis (Foto folgt) von der singenden Meute aufgeregt, leicht verzweifelt, "weniger Hass, Männer, weniger Hass" forderte. Ich habe mir fast in die Hose gemacht vor lachen.
Genau dieser Dennis machte sich irgendwann daran, die einzige Polizistin in unserer Nähe zu erobern. Also ab zu den Türen und angefangen zu flirten. Woraufhin das ganze Abteil von Dennis entrüstet lauthals "mehr Hass" forderte. Nachdem er dieser Forderung augenscheinlich nicht nachkommen wollte, gingen die ersten "Deeennis macht die Lesbe klaaaar, Deeeennis macht die Lesbe klar"- Gesänge los.
Nach vielleicht 15 Minuten kam Dennis dann leicht bedröppelt von seinem Feldzug zurück, sackte zu uns in den 4er und meinte "Scheisse, die Alte hat nen Freund." Alle: haha, waaaaas zum? Dennis: Ey, was denn? Geht doch mal hin, die hat unglaublich schöne Augen. Sehr geil :).
Unterbrochen wurden die Gesänge von den regelmäßigen Personalienaufnahmen und Unten-ohne-Polonaisen, begleitet von "Hosen sind Scheisse" - Sprechchören.




So ging das bis zur Ankunft in Frankfurt, etwa gegen 23 Uhr. Dort verabschiedete ich mich von meinen 2 übrig gebliebenen Begleitern und schlappte in einen anderes Abteil, wo noch WSK + Kollege saßen, die an dem Abend noch bis Karlsruhe weiter mussten. Gegen kurz vor 24 Uhr waren wir dann endlich in Darmstadt. Von da ging's mit WSK plus Anhang im Auto nach Mannheim, wo ich die 2 noch kurz beim HBF rausließ und dann selbst nach Hause fuhr. Gegen halb 1 war ich dann endlich wieder daheim.
Alles in allem eine lustige, wenn auch sehr anstrengende Auswärtsfahrt, auf der ich ungefähr 4,5 Liter Flüssigkeit ausgeschwitzt habe. Ich weiß allerdings auch, warum wir sonst mit dem Auto zu den Spielen fahren. Aber ab und an muss man da wohl durch. In Verbindung mit dem 4:2 war es ein gelungender Tag.

Auswärtssieg!

PS: Glaubt mal nicht, dass ich jemals noch mal so einen langen post verfasse. Schuld daran ist heute nur der endlich eingefahrenen Rückrunden-Auswärtssieg.
In dem Sinne.. Dienstag geht's weiter.

Tobi

edit: Habe noch ein video bei youtube gefunden, was die Stimmung wesentlich besser rüberbringt, als das, was ich gemacht habe. http://youtube.com/watch?v=DXBFl5_DfvI

Sonntag, 1. April 2007

Die Mütter von den Gladbachern...

EDIT: Ich habe von Fussball keine Ahnung...irgendwie scheint Streit der beste Mann auf dem Rasen gewesen zu sein und Oka hätte das Tor zum Ausgleich halten müssen...habe nun das Eintracht Forum als primäre intellektuelle Instanz anerkannt und wage es nie mehr meinen Unverstand kundzutun.
Gez. Fabian C. G., Mannheim im April


...ziehen LKWs auf DSF!

Bilder hier:

Gladbach away

Kann man nicht viel zu sagen...Thurk und Streit wären sogar für die U23 keine Verstärkung gewesen. Oka war eigentlich gut - klar...ab und an wars schon knapp aber dafür hat er auch das 1:1 festgehalten. Taka recht agil aber erfolglos (4,5???). Die Abwehr stand schon sicher, wenn auch oft ein wenig zu weit weg vom Feind. Chris war eher blass...Preuß und Fink mit Licht und Schatten. Ich denke Meier wäre als Einwechslung sinnvoller gewesen als Rehmer ( das ist die 33, war früher mal Stammspieler). Der weiß besser wie man kontert. Der Schiri wäre besser im Bett geblieben...brutal schwache Leistung am Rande der Verarschung. Die gelb-rote Karte war ein schlechter Scherz...Null Fingerspitzengefühl.
Zum Gladbacher Support kann ich wenig sagen...irgendwie nicht aufgefallen.
Ach, wieder mal nen Tag verschenkt. Fink muß das machen und dann ist Ruhe.

Übrigens: Gladbachs Mütter ziehen LKWs auf DSF und die Asil hat der Samantha gesacht das isch gesacht hab, dasse fett is! Scheißaktion!

edit by tube: Wieso lässt du keine Leserkommentare zu? Hier meine Foddos..
Gladbach - SGE _ 31.3.2007


Achja: Scheißaktion von dem... ja weiß ich... hätte ich ihm auch gesagt.. ja, habe ich ja auch.. trotzdem Scheißaktion.